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8.2.2026


von Esther Bockwyt:
Die Psychologie des postkolonialen und woken Weltbilds

Durch ihre Radikalität und ein Übermaß an Zwanghaftigkeit, narzisstischem Opferdenken und Schwarz-Weiß-Mentalität löste die „woke“ Bewegung zunehmend Widerstände aus und brachte Gegenkräfte hervor.

Identitätspolitik, Social-Justice, Wokeness und Postkolonialismus sind zu bekannten Schlagworten rund um eine Bewegung und Weltanschauung geworden, die in westlichen Gesellschaften Fuß gefasst hat. Darf man nach der Herkunft eines Menschen fragen? Brauchen PoC (people of color) oder andere Minderheiten sichere Orte (safe spaces)? Sollen Straßennamen mit „kolonialem Erbe“ abgeändert werden? Dürfen „Weiße“ Rastalocken tragen? Ist Mathematik rassistisch? Diese sind nur wenige von zahlreichen aufgeworfenen Streitfragen, die die woke Bewegung energisch befeuerte. Beinahe unbemerkt sind woke Denkinhalte, vor allem über soziale Medien, in die Köpfe von Rezipienten gelangt und werden oftmals, wie es der Natur starrer Glaubenssysteme innewohnt, zwanghaft und unkritisch befolgt, angewandt und missioniert.

Nicht erst mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zeichnet sich ein deutlicher Gegentrend zur woken Welle ab, sowohl in Teilen der Bevölkerung als auch zunehmend im akademisch geprägten intellektuellen Raum. Die woke Weltanschauung und die mit ihr verbundenen genannten Schlagworte wurden und werden dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln kritisiert.

Die einfache, kurze Definition von „woke“ im Duden: „in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung“ ließ die Wokeness auf den ersten Blick als unangreifbares, befürwortenswertes Anliegen imponieren, dem man sich schnell anschließen mag. Erst der Blick auf das umfassende, rigide Weltbild und die Wurzeln der woken Bewegung an Universitäten lassen erkennen, dass es sich um ein recht radikales Anliegen mit antiwestlichem, antiaufklärerischem und spaltendem Impetus handelt.

Woke Weltanschauung gruppiert Menschen anhand des Ausmaßes von sogenannter „struktureller“ Benachteiligung. Minderheitengruppen seien strukturell, also systematisch, in der Ausübung von Macht benachteiligt und daher diskriminiert (die Marginalisierten). Es existierten Rassismus, Sexismus, Patriarchat, Homo- und FLINTA-phobie (das Akronym steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) und Ähnliches, toxische Männlichkeit, Klassismus, Ableismus (die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung) und weitere Diskriminierungen, die alle Schichten der Gesellschaft mit ihren Institutionen, ihren kulturellen Normen und Werten sowie Gesetzen strukturell prägten. Die Privilegierten profitierten von dieser strukturellen Benachteiligung, weshalb sie kein Interesse an deren Auflösung haben, sondern sie aufrechterhalten.

Eine objektive Realität wird verneint. Realität sei vor allem eine soziale Konstruktion, bei der Sprache die bedeutsamste Rolle einnimmt. Realitätsbeschreibungen erfolgten immer relativ vom jeweiligen Standpunkt aus (Relativismus). Das Gefühl (von Marginalisierten) ist das Maßgebliche.

Im Glauben, dass eine perfekte Welt neugestaltet werden kann, ist erneut der klassische Kampf um Macht im Verbund mit möglichst vielen vermeintlich unterdrückten, historisch marginalisierten Identitäten angestrebt, mit den Mitteln der Einschränkung von Meinungsfreiheit bei Sanktionierung von Einzelpersonen und Institutionen (Cancel Culture), die sich den sich verändernden Sprachnormen und Tabus nicht fügen. Wokeness versucht dabei erkennbar, nahezu alle Aspekte des Lebens der Menschen zu verändern und einen engen Rahmen moralischer und ethischer Normen durchzusetzen („das Private ist politisch“). Sie fordert ihre Vertreter auf, sich an der Mission zu beteiligen und ihre Dogmen und Sprache zu verbreiten, was ihr auch einen religiös-missionarischen, kultähnlichen Charakter verleiht.

Mit ihrer Betonung der Gruppenunterschiede und hiermit einhergehender geforderter identitärer Privilegien, ihrer bedingungslosen Forderung nach Anpassung an ihre Standards, der sozialen Ächtung Andersdenkender, der in Teilen Geringschätzung bis Ablehnung von Individualität und Universalismus und damit letztlich auch der universellen Menschenrechte, der Ablehnung einer möglichst objektiven, wissenschaftlichen Erkenntnissuche, mit ihrem Anspruch, Opfer zu sein oder für Unterdrückte einzutreten, sowie ihrer Unterwerfung unter die Prämissen ihrer Führungsfiguren weist Wokeness in mancher Analyse der Definition nach auch faschistoide Züge auf.




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Gesellschafts-politische Postings, die ich mir zu eigen mache:



USA



Comment


Mit der diesjährigen Olympia-Zeremonie sind im großen Stil Klasse und Eleganz auf die Weltbühne zurückgekehrt, nachdem die olympischen Sommerspiele 2024 von einer abstoßenden “Last-Supper”-Inszenierung überschattet wurden:


Der erste Post ist die Verkörperung von Hass im Internet, da er die Person an den empfindlichsten Punkten ihres Selbstwertgefühls treffen soll. Wenn aber gewisse Richter als strunzdumme Vollidioten bezeichnet werden, weil sie Bürger, die Politiker als Volksverräter beschimpfen, zu Geldstrafen verurteilen, ist das weder Hass noch Hetze, sondern eine passende (wütende) Reaktion auf widerrechtliche Entscheidungen ungebildeter Nestbeschmutzer in der Justiz:


Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft (schlecht beraten) war sich sicher, mit ihrem kruden Abgang von X eine kluge Entscheidung getroffen zu haben (wie nicht). Kloster Marienthal hingegen beweist, dass X ein Ort für uns alle ist:


Würde diese “Bereicherung” jetzt noch leben, wäre die Guillotine angemessen:


Intelligente blonde Frauen ︎



GreatStuff



Satisfying



Wisdom


Potential der Wokeness und Gegenkräfte können in einer gesunden Mitte münden

Wenn wir uns vor Augen führen, dass eine schwarz-weiße Welt ungesunde Polarisierung zur Folge hat, und wieder aushalten lernten, dass es auch Bedürfnisse gibt, die uns selbst nur auf den ersten Blick fremd erscheinen, könnten wir von innen heraus in einem gesunden Maße ein Stück weit achtsamer sprechen und handeln, ohne dass wir dies durch einen strengen Zensor getrieben tun müssten. Das Gute an einer nicht radikalen Wokeness ist, dass der woke Blick auf zu starre Stereotype den Menschen ein Stück freier macht, nicht nur die Betroffenen, sondern alle Menschen. Wir können auch vom kreativen Potenzial des woken Grenzensprengens inspiriert werden. Und von einem weicheren Blick einer jüngeren Generation auf das eigene Wohlbefinden und die psychische Gesundheit als Gegenentwurf zu einem potenziell schädigenden, überfordernden Leistungsdenken. Ohne das Beständige abzuwerten, dabei auch schmerzliche Realitäten anzuerkennen, statt sie umzudeuten oder abzuschaffen. Im Ausgleich der entgegengesetzten Kräfte im Sinne eines gesunden Maßes könnte beispielsweise wieder der Gedanke zugelassen werden, dass die Frage »Woher kommst du?« auch echtes Interesse statt Feindseligkeit ausdrücken kann. Wir könnten das Unterschiedlichsein im gleichzeitigen Wissen um unser aller gemeinsamer Basis als Menschen wieder positiv besetzen, ohne es in übermäßig abgrenzendem, narzisstischem Motiv zu karikieren.

Ganzer ︎︎︎Essay von Esther Bockwyt


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