Pressespiegel / Berichterstattung über den Plagiatsfall Felor Badenberg
Pressespiegel / Berichterstattung über den Plagiatsfall Felor Badenberg
Persönliches Vorwort
An Universitäten wird der Diebstahl geistigen Eigentums zu Recht als eine der schwersten Verfehlungen behandelt, da er das Fundament der Wissenschaft selbst untergäbt. Wer fremde Gedanken als eigene Leistung ausgibt, täuscht die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft. Der Doktortitel ist kein dekoratives Accessoire, sondern die öffentliche Bestätigung einer selbstständigen wissenschaftlichen Erkenntnisleistung. Wird diese erschlichen, verliert der Titel seinen Sinn.
Wissenschaftsethisch ist das Verhalten von Politikern wie Felor Badenberg und Mario Voigt eine besonders schwere Form akademischer Unredlichkeit. Es liegt eine mit Vorsatz begangene Leistungstäuschung sowie Täuschung über die Urheberschaft und Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung vor. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern Betrug.
Was bedeutet es für die Wissenschaft und unsere Gesellschaft, wenn Promotionsbetrüger aus Berechnung und Machtinteresse an ihren Ämtern festhalten? Wenn das politische Kalkül schwerer wiegt als Regeln, die für bzw. gegen jeden Studierenden gelten müssen?
Es erodiert das Vertrauen in das Leistungsprinzip.
Wissenschaftliche Leistung muss nicht mehr zwingend erbracht werden, sondern kann vorgetäuscht und erschlichen werden, ohne dass daraus selbstverständliche Konsequenzen folgen. Wer sauber arbeitet, wird sich fragen, welchen Wert sein redlich erworbener Titel eigentlich noch hat — Verwässerung und Verlust des Ansehens akademischer Titel drohen.
Noch problematischer wird es, wenn Medien, deren Aufgabe die kritische Kontrolle von Macht ist, zur Relativierung beitragen.
Wenn (interessengeleitete) Stimmen zu Wort kommen, die ohne Offenlegung ihrer politischen oder institutionellen Herkunft bzw. Verortung Plagiatsfunde herunterspielen.
Schließlich bleibt noch die Frage nach dem persönlichen Schamgefühl. Ein öffentliches Spitzenamt zu bekleiden verlangt Charakter. Verbunden mit der Fähigkeit zu erkennen, wann das eigene Festhalten an Titel und Amt größeren Schaden anrichtet als ein Rückzug.
Plagiatsaffären wie die von Felor Badenberg und Mario Voigt beschädigen das Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft, Politik und Medien.
Das Gefühl entsteht und bleibt, dass Regeln nicht für alle gelten und mit zweierlei Maß gemessen wird.
Beides ist Gift für unser Zusammenleben.

Berichterstattende Medien in der Plagiatsaffäre
Hinweis: Der Pressespiegel zeigt die Breite der Berichterstattung vom ÖRR über große überregionale Leitmedien und Tagespresse bis hin zu Regional-, Fach- und Alternativmedien bzw. Aggregatoren. Es ist zwischen originärer redaktioneller Berichterstattung, Agenturübernahmen und bloßer Weiterverbreitung zu unterscheiden.
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