Kommentar zu dem WELT-Artikel —
„Stromsaboteure treffen sich in Tatortnähe, legen Erddepots an und flüchten mit dem Fahrrad“
Kommentar zu dem WELT-Artikel —
„Stromsaboteure treffen sich in Tatortnähe, legen Erddepots an und flüchten mit dem Fahrrad“

Letzte Aktualisierung: 15.05.2026, 08:23 Uhr
In einem aktuellen Artikel der WELT vom 14.05.2026 geht es um ein konkretes Täterprofil und mögliche Vorgehensweisen der (linksextremen/anarchistischen) Stromsaboteure aus Sicht der Polizei Berlin.
In dem Artikel wird zunächst Bezug genommen auf eine mögliche neue Bedrohungslage für Berlin. Diese stehe im Zusammenhang mit einem am 08. Mai 2026 auf der Internetseite Indymedia veröffentlichten Beitrag mit dem Titel „Cut the Power, so we can see the stars“.
WELT schreibt dazu: „Zu sehen ist ein Sternenhimmel auf schwarzem Grund, darunter eine fahrradfahrende, dunkel gekleidete Figur in einem Wald, die ein Banner mit der Aufschrift „SA-BO-TAGE“ trägt. Besonders hervorgehoben wird ein Vers am Ende des Plakats, der ein nächtliches Stadtszenario beschreibt und von Ermittlern als unterschwellige Andeutung möglicher „direkter Aktionen“ im urbanen Raum interpretiert wird.”
Das Plakat enthält folgenden Wortlaut:
CUT THE POWER SO WE CAN SEE THE STARS!
Während wir versuchen, in dieser kaputten Welt klarzukommen, während wir durch das, was als Alltag bezeichnet wird navigieren, wird nicht weit von uns der Tod produziert. In Firmen, deren Namen und Logos austauschbar und unscheinbar wirken, deren Werkshallen sich nicht von anderen Industrieanlagen unterscheiden, werden Tag und Nacht Waffensysteme und Teile solcher gebaut. Weil diese an anderen Orten der Welt und noch nicht hier zum Töten verwendet werden, leben wir Tag ein, Tag aus neben diesen technologischen Monstern, als gäbe es nichts Normaleres. Doch es wird immer die geben, die nicht Teil von Unterdrückung, von Tod und Zerstörung für Geld und Macht sein wollen. Z.B. die Schüler*innen, die aktuell gegen die Wehrpflicht streiken. Oder Anarchist*innen, die gegen jeden Staat und jede Autorität, für ein Leben ohne Herrschaft kämpfen. Einigen von ihnen wird nun eine Sabotage am 9.9.25 auf den militärisch-industriellen Komplex – auf Europas größten Technologiepark, Adlershof in Berlin – vorgeworfen. Ein Blackout, ausgelöst durch einen Brand an Hochspannungsleitungen, hatte die tödliche Normalität durchbrochen und einige der größten Tech-/Rüstungsfirmen vom Netz genommen. Ein Treffer ins Herz der Bestie. Am 24.03.26 gab es Hausdurchsuchungen an 17 Orten in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz. Private Wohnungen, Wohnungen von Familienangehörigen und Friends der verdächtigten Anarchist*innen, Orte der Bewegung, wie die anarchistische Bibliothek Kalabalik sowie der Infoladen Scherer8 und der L5 Späti, wurden durchsucht und teilweise verwüstet. Am 24.03.26 gab es Hausdurchsuchungen an 17 Orten in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz. Private Wohnungen, Wohnungen von Familienangehörigen und Friends der verdächtigten Anarchist*innen, Orte der Bewegung, wie die anarchistische Bibliothek Kalabalik sowie der Infoladen Scherer8 und der L5 Späti, wurden durchsucht und teilweise verwüstet.
Solidarität mit den Betroffenen der Repression! Solidarität mit allen, die sich der Militarisierung, Kriegen und Genoziden entgegenstellen! Liebe & Kraft für die Saboteur*innen!
„DER MOND WIRFT SCHATTEN AUF DAS KOPFSTEINPFLASTER, IHRE HEILIGTÜMER SIND NICHT UNANTASTBAR, AUF LEISEN PFOTEN WIE EIN SCHWARZER PANTHER, ABER LAUTE STROPHEN GEGEN IHRE PANZER!“
Hinweis: Der von der WELT in Bezug genommene Vers bezieht sich laut der österreichischen Szeneplattform barrikade.info, auf der das Plakat ebenfalls ︎︎︎veröffentlicht wurde, auf mögliche Liedzeilen des Künstlers Freakin Freddy, der sich nach unserer Recherche im Münchener Raum aufhalten soll; über den bürgerlichen Namen von Freakin Freddy scheint nichts bekannt. Sein Instagram-Profil dürfte aber https://www.instagram.com/freakinfreddy_/ lauten.
Weiter nimmt die WELT Bezug auf eine Aggregierungs- und Distributionsplattform der anarchistischen Szene, die schon seit einiger Zeit bei uns unter Beobachtung steht (Stichwort unachtsam verwendeter technischer Username, der auf einen Strudelwurm verweist):
„Am 9. Mai 2026 wurde der Beitrag zudem auf der englischsprachigen linksmilitanten Plattform „Act for Freedom Now!“ unter der Überschrift „Germany: Solidarity with the comrades hit by repression on 24.3.26“ erneut veröffentlicht.”
Aufgrund des anonymen und verschleierten Betriebs solcher Plattformen bzw. Profile ist es schwer möglich, den oder die Betreiber zu identifizieren. Im Fall von „Act for Freedom Now!“ lässt sich aber ein Zusammenhang mit der Plattform elephanteditions.net herleiten.
Im Wege einer neuen Recherche konnten wir zum Beginn dieser Woche herausfinden, dass der oder die Betreiber von „Act for Freedom Now!“ Britische Monomarks (in London) als sichere Postadresse bzw. Impressumservice nutzen.
Demnach lässt sich „Act for Freedom Now!“ der Code BM Turbellaria London, UK WC1N 3XX zuordnen. Um herauszufinden, wer sich dahinter verbirgt oder verborgen hat (genauer Vertragspartner), würde eine deutsch-britische Polizei- und Justizkooperation nötig sein (ggf. wgn. § 111 StGB).
Hervorzuheben ist, dass „Act for Freedom Now!“ selbstverständlich keine Beteiligung an den Stromanschlägen unterstellt werden kann. Die Plattform zählt allerdings zu den größten und aktivsten Akteuren, wenn es darum geht, derartige Anschläge und Straftaten in Deutschland ins Englische zu übersetzen und diese dann kommunikativ international zu verbreiten.
Die hinter „Act for Freedom Now!“ stehende(n) Person(en) arbeiten zudem direkt oder indirekt (durch spätere Übernahme von Texten, die „Act for Freedom Now!“ öffentlich übersetzt hat) für das bzw. mit dem verlagsähnlichen Projekt „RUPTURE PRESS“, das offenbar von Kassel aus operiert. Auch diese Website vermeidet trotz mutmaßlich gewerblicher sowie offen redaktioneller Tätigkeit ein eindeutig zuordenbares, gesetzlich vorgeschriebenes Impressum. Nachrichten und Presseanfragen können ausschließlich über eine Proton-Mailadresse an das Unternehmen gerichtet werden (rupturepress@proton.me).
„RUPTURE PRESS” hat in der Rubrik “General Rupture” einen ︎︎︎Band 1 „Anarchistische Feindseligkeiten gegen den grünen Kapitalismus“ veröffentlicht, in dem verschiedene schwere Anschläge, darunter auch zwei größere auf Tesla in Deutschland, inhaltlich aufbereitet und zu einer Art informativer Trophäensammlung der anarchistischen Szene zusammengebunden wurden.
Wenn sich bei der Verwendung individuell übersetzter Texte urheberrechtliche Fragen stellen, müsste es zwischen „Act for Freedom Now!“ und „RUPTURE PRESS“ Kommunikation dazu geben. Eine solche kann darüber hinaus auch unabhängig von rechtlichen Fragestellungen bestehen.
In einem noch zu erwartenden Band 2 dürfte dann auch der große Brandanschlag auf kritische Strominfrastruktur im Süd-Westen Berlins vom 03.01.2026 in übersetzter Form Niederschlag finden.
Trotz der Auffassung von „RUPTURE PRESS“, auf der eigenen Website kein Impressum vorhalten zu müssen, obwohl eine nach außen gerichtete redaktionelle und mutmaßliche gewerbliche Tätigkeit entfaltet wird, lässt sich durch tieferes Eindringen in die Inhalte der Website (hier: Band 1) die Adresse von „RUPTURE PRESS“ ermitteln und zuordnen: Weg in der Aue 36, 34128 Kassel
An der Geschäftsanschrift ist eine GmbH mit dem Namen „Wohnen an der Aue“ registriert (vgl. handelsregister.de), zu deren Geschäftsführern Ziai Ardastaninejad, Aram zählt, der auf der Website von „RUPTURE PRESS“ beiläufig als Mitglied eines 33-köpfigen angeblichen ︎︎︎Beirats aufgeführt wird.
Aram Ziai hat außerdem eine Professur für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der Universität Kassel.
Bei dem für Band 1 als Editor angegebenen „Alfonso Ferlmiau“ könnte es sich um ein von Aram Ziai verwendetes Pseudonym handeln. Es drängt sich zudem der Schluss auf, dass „RUPTURE PRESS“ von Ziai persönlich geleitet wird.
Die aus rechtlichen Gründen u.a. in dem konkret aufgegriffenen Band 1 hinterlegte Abgrenzung von „RUPTURE PRESS“ zu den ausgeführten Straftaten im Zusammenhang mit den dokumentierten Anschlägen wirkt wenig überzeugend und letztlich eher rein formal.
Zudem konterkariert die hervortretende Verherrlichung bzw. Positivstellung von gewaltsamem Sabotage-Aktivismus eine solche Abgrenzung wieder.
Ziel der Ermittlung derartiger Verbindungen und Strukturen sollte sein, (aus polizeilicher Sicht) neue Ansatzpunkte zu finden, um in auffällige Netzwerke einzudringen und mögliche Hinweise auf tatsächliche Täter zu erlangen, beispielsweise durch Beschlagnahme und Auswertung elektronischer Geräte sowie weiterer relevanter Kommunikations- und Speichermedien.
Hinweis: Buckminster NEUE ZEIT wird in einem Folgeartikel den Versuch unternehmen, ein alternatives An- und Abreiseszenario der Täter des Anschlags vom 03. Januar 2026 aufzuzeigen.
Berlin, am 14.5.2026 ©
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